Fehlplanung des Stephansplatzes sichtbar gemacht
11.12.2009 11:11
Fehlplanung des Stephansplatzes sichtbar gemacht
Mit einem 1:1-Modell vor Ort machten die Grünen die Dimensionen der geplanten Bauten am Stephansplatz sichtbar.
Wie berichtet soll ab Jänner am Stephansplatz kein Stein auf dem anderen bleiben: Das Diözesanmuseum soll einen neuen Zugang, die Dombauhütte einen neuen Standort bekommen – unter der Erde. Erreichbar sein sollen diese über einen insgesamt 30 Meter langen und acht Meter breiten Schacht zwischen der Nordseite des Stephansdoms und dem Erzbischöflichen Palais. Ein 64 m² großes und 5 Meter hohes Lifthaus aus Stein soll einen Lastenaufzug für Klein-LKW sowie einen Personenaufzug beherbergen. Anstelle der Dombauhütte soll ein – etwas kleinerer – „Domshop“ für Souvenirartikel an die Kirche gebaut werden. Die Buslinie 1A wird in diesem Bereich – vermutlich dauerhaft – gekappt.
Dass die wirtschaftlichen Interessen der Kirche auch ohne Verunstaltung des Platzes gewahrt werden können, zeigen die fixfertigen Pläne des jungen Architekten Bernhard Wolf.


Jetzige Planung hinter dem Standard von vor 30 Jahren
Wolf berücksichtigt nämlich das, was die Stadtplaner schon vor bald 30 Jahren selbstverständlich berücksichtigten: Die neue Dombauhütte, das Museum und die Aufzüge sind in die bestehenden Flächen der Diözese integriert. So wie vor 30 Jahren selbstverständlich der Aufzug zur U-Bahn nicht mitten am Platz erreichtet wurde, sondern ins Haas Haus verlegt wurde oder der Personen-Ein- und Ausgang der Tiefgarage am Stephansplatz optisch diskret in einem Gebäude in der Wollzeile untergebracht ist.
Eine Selbstverständlichkeit, die den heutigen Zuständigen in Gemeinde und Magistrat leider offensichtlich abhanden gekommen ist.
Wir Grüne werden jedenfalls auch im kommenden Jahr darum kämpfen, dass zeitgemäße Stadtplanung eine Weiterentwicklung hin zum Besseren bedeutet und nicht zum Rückfall in bereits überwundene feudalherrschaftliche Zeiten wird.

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