Die Grünen

Freitag, 12. März 2010

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Stephansplatz gerettet?

21.12.2009 00:12

 

Stephansplatz gerettet?

Der Herrgott meint’s ja doch gut mit der Wienerstadt. Kardinal Schönborn persönlich hat den Stephansplatzumbau abgesagt. Wir Grüne hatten das städtebaulich zweifelhafte Projekt heftig kritisiert und deutlich stimmigere Alternativpläne präsentiert.

Als wir Grüne Innere Stadt im Mai 2009 erstmals öffentlich darauf aufmerksam machten, dass am Stephansplatz zwei weitere Löcher gebuddelt werden sollten und gleich daneben ein viel zu großes Aufzugsgebäude mitten am Platz entstehen sollte…damals war unsere Hoffnung klein, mit unseren Sorgen um das Stadtbild und um den Verlust an öffentlichem Raum wahrgenommen zu werden. Schließlich befürworteten Raiffeisengeneral Konrad, Bürgermeister Häupl und eine begeisterte Bezirksvorsteherin Stenzel dieses Bauprojekt am Stephansplatz.

Seither hatten wir immer wieder auf die nachteiligen Auswirkungen dieses Projektes hingewiesen: Zunächst in den Gremien des Bezirks und als wir dort absolute Ignoranz erlebten, auch in den Medien und im direkten Kontakt mit der Zivilgesellschaft vor Ort. Den Höhepunkt erreichte unsere Kampagne „Rettet den Stephansplatz!“ dann am 10. Dezember: Wir errichteten ein 1:1-Modell des geplanten Aufzugsgebäudes am Original-Baugrund zur Veranschaulichung und präsentierten Alternativpläne eines jungen Architekten, die alle Interessen der Kirche berücksichtigen – ohne Platzverlust für die Allgemeinheit und ohne das Stadtbild zu beeinträchtigen. (Lesen sie hier mehr)

Auch tauchten immer neue unglaubliche Details des Projektes auf: So stellte sich heraus, dass das geplante Aufzugsgebäude nur deshalb die Dimensionen eines ganzen LKW bekommen sollte, damit dieser im Untergrund seinen Dauerparkplatz erhält. Die benötigten Steinblöcke sind nämlich bloß etwa einen Kubikmeter groß! Und im neuen Souvenirgeschäft, das statt der bestehenden Dombauhütte an die Dommauern gebaut werden sollte, wäre auch eine neue Filiale einer Bäckerei-Kette geplant gewesen, der Vorvertrag war bereits unterschrieben!

Aufmerksam geworden durch unsere erstmals umfassenden und maßstabgetreuen Veröffentlichungen, regte sich zuletzt auch Widerstand innerhalb der Pfarre St. Stephan. Besorgte Laien und Kurienmitglieder wandten sich direkt an Kardinal Schönborn. Und nun hat dieser persönlich das vorliegende Projekt abgesagt. Wir zögern nicht, unsere Wertschätzung für diese weise Entscheidung auszudrücken. Respekt, Herr Kardinal Schönborn!

Wir freuen uns natürlich sehr über unseren Erfolg und dass die konstruktive öffentliche Diskussion in der Zivilgesellschaft etwas bewirkt hat. Und nun werden wir diese öffentliche Diskussion weiterführen:

  • Natürlich wäre es schön, wenn die bestehende Dombauhütte aus den 50er-Jahren abgerissen und verlegt wird.
  • Auch den verfallenden Glasvitrinen hinter dem Fiakerstandplatz würden wir nicht nachweinen.
  • Wir würden es begrüßen, wenn dadurch das Bischofstor endlich wieder freigelegt würde. 
  • Aber bitte kein Souvenirgeschäft samt Bäckerei-Filiale stattdessen.
  • Keine weiteren Löcher im und keine Aufzugsbauwerke am Stephansplatz.

Wir wünschen uns einen Architektenwettbewerb mit transparenten Ausschreibungskriterien, die Bewertung durch eine Jury von Expert/-innen und volle Öffentlichkeit zu allen Begebenheiten rund um ein begrüßenswertes Projekt „Dombauhütte Neu, Diözesanmuseum Neu“.



 

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