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am 18. Februar

Letzte Chance für Barockjuwel in der Schwertgasse

Alexander Hirschenhauser - Bekommt der barocke Dachstuhl im Haus Schwertgasse 3 nach Grüner Intervention doch noch eine letzte Chance? Das Prinzip Hoffnung lebt.


Seit vielen Jahren setzten wir uns für die Erhaltung des einzigartigen Barockhauses in der Schwertgasse 3 ein, welches auch unter Denkmalschutz steht. Als besonders wertvoll gelten u. A. der „Barockhimmel“ im Innenhof mit den originalen Pawlatschengängen sowie der ebenfalls im Originalzustand erhaltene Dachstuhl. Beides wird unwiederbringlich zerstört werden, wenn der von der Eigentümerin (eine Privatstiftung) angestrebte Dachausbau bewilligt werden sollte.

Grüne bemühen sich seit Jahren

Während sich alle anderen Fraktionen im Bezirk schwer dabei taten, klar Stellung zu beziehen, hatten wir Grüne in der Inneren Stadt von Anfang an klargestellt, dass wir den beantragten Ausnahmen von der Bauordnung im Bauausschuss niemals zustimmen würden. Letztlich konnten wir auch eine Mehrheit im Bauausschuss davon überzeugen, das eingereichte Projekt abzulehnen. Auffallend war bereits damals, dass sowohl die Wiener Baubehörde (MA 37) als auch das Bundesdenkmalamt (BDA) bei Vielen den Eindruck erweckten, mehr Energie für die Ermöglichung der Eigentümerwünsche als für die Erhaltung des Barockjuwels aufzuwenden.

Bedrängte MieterInnen konnten nur kurz aufatmen

Doch die durch mehrere Räumungsklagen schwer bedrängten Mieter unterm bestehenden Dach konnten nur kurz aufatmen: 2016 reichte die Eigentümerin ein neues Projekt ein und offenbar war bereits im Vorfeld alles mit den Behörden so abgestimmt, dass die Baubewilligung kein Problem werden sollte. Man hatte nämlich aus den Erfahrungen mit den streitbaren MieterInnen des Hauses und den kritischen BezirksrätInnen im Bauausschuss gelernt und ein neues Projekt eingereicht, das nun keine Ausnahmen von der Bauordnung benötigte.

Grüner Druck auf Bundesebene wirkt

Auch das BDA schien keine Einwände zu haben, wenn auch im neuen Projekt der barocke Dachstuhl nur „zu 80% erhalten“ und ohne statische Funktion – quasi als Möbelstück – unter einem neuen Stahldach mit schicken Dachterrassen verschwinden soll. Doch nun haben wir Grüne die Causa mit Hilfe von NR Wolfgang Zinggl (Grüner Kultursprecher im Parlament) an den bisher sehr positiv auffallenden Kulturminister Drozda herangetragen: Er ordnete daraufhin ein weiteres Gutachten durch einen externen Sachverständigen aus Deutschland an. Wir gehen davon aus, dass dieses Gutachten die vollständige Erhaltung des barocken Dachstuhles empfehlen wird. Wir gehen gleichzeitig davon aus, dass auch dies nicht das Ende der Geschichte sein wird – getreu dem gefühlten Motto von MA 37 und BDA: „Irgendwas muss der Eigentümer ja draufbauen dürfen…“

Barockjuwel
Barockhimmel
Stiegenhaus
Fassade
Dachstuhlbalken vs. Panoramafenster