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am 21. September 2015

Schanigarten in der Blutgasse?

Alexander Hirschenhauser - Nur 240 cm breit ist die Blutgasse an der Einmündung in die Singerstraße. Scheinbar noch nicht eng genug – ein Schanigarten mit 48 Sitzplätzen soll dort hingezwängt werden…

Geht nicht – gibt’s nicht

Das ist in vielen Situationen ein Leitspruch, dem wir Grüne gerne zustimmen und für die eigene Arbeit als Grundsatz betrachten. Manchmal aber sollte ein klares „NEIN“ von den Behörden ausgesprochen werden, auch wenn der Druck von Seiten der Wirtschaftskammer groß sein möge. Die Begehrlichkeiten der Gastronomie sind enorm, wenn es um kommerzielle Nutzung des öffentlichen Raums geht. Und die Wirtschaftskammer drängt immer wieder auf „Geht nicht – gibt’s nicht“.

48 Sitzplätze in Gasse mit 240 cm Breite

Dort wo der neue Schanigarten an der Einmündung in die Singerstraße errichtet werden soll, ist die Blutgasse bloß zwischen 240 cm und 310 cm breit. An beiden Seiten von Häusern mit Wohnnutzung gesäumt, entsteht in solchen engen Altstadtgassen ein sogenannter „Schalltrichtereffekt“. 48 Sitzplätze in dieser engen Gasse werden die Wohnqualität in den angrenzenden Gebäuden nachhaltig schädigen. Obwohl FußgängerInnen-Zone muss die Durchfahrt in der Blutgasse dennoch für Rettung und Feuerwehr gewährleistet sein. Wie soll sich das ausgehen? Und wie sollen dort Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Behinderung oder die häufig passierenden FremdenführerInnen mit ihren großen Reisegruppen durchkommen?

Dem Druck standhalten

Anfrage an die Bezirksvorsteherin 17.9.2015

Im Interesse der Inneren Stadt und ihrer BewohnerInnen wird es in diesem Fall notwendig sein, ein entschlossenes „NEIN“ auszusprechen und dem zu erwartenden Druck standzuhalten – auch wenn in solchen Fällen die Antragsteller typischerweise den Weg durch die Instanzen der Verwaltungsgerichte gehen werden – unterstützt und finanziert durch die Wirtschaftskammer. Offensichtlich braucht es solche Musterprozesse, damit derartige Projektanträge ans Magistrat in Zukunft gar nicht erst gestellt werden.

Bezirksvorsteher mit Augenmaß

Als Bezirksvorsteher werde ich konsequent und beharrlich für Schanigärten mit Augenmaß eintreten. Die Innere Stadt soll Wohnbezirk bleiben, die Interessen der BewohnerInnen sind genauso wichtig wie jene der Wirtschaft. Nur gemeinsam wird es gelingen, dass die Innere Stadt jene Authentizität bewahrt (oder besser ausgedrückt wiedererlangt), die einen wohltuenden Unterschied zu vielen anderen Tourismusdestinationen in Europa ausmacht.

Gemeinsam schaffen wir das

Blutgasse von der Singerstraße aus gesehen