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am 5. Februar 2015

Mehr Tierschutz für Fiakerpferde

Manuela Fiala - Leider gab es wieder einen Vorfall mit einem Wiener Fiakerpferd. Laut Beobachter/-innen ist das Tier am 24.01. vor Müdigkeit am Michaelerplatz zusammengebrochen. Aber wen wundert es, wenn die Tierschutzbestimmungen immer noch nicht ausreichend sind. Wir fordern daher eine neuerliche Diskussion rund um das Thema Tierschutz.

Bereits 2011 versprach uns die Tierschutzstadträtin Ulli Sima eine Verbesserung der Tierschutzmaßnahmen. „Wir werden in einigen Bereichen nachjustieren und gesetzliche Verschärfungen machen, um den besten Schutz für die Fiakerpferde in Wien zu gewährleisten“, so Tierschutzstadträtin Ulli Sima. Leider mit mäßigen Erfolg. Denn immer wieder kommt es zu Zwischenfällen. Im Winter sowie im Sommer sind die Tiere oft in den Schlagzeilen. Es gab einige Verbesserungen, unter anderem den Schattenstandplatz in der Nebenfahrbahn beim Burgtheater. Doch das reicht nicht für ein Ausrasten. Es gibt noch sehr viel Handlungsbedarf in diesem Bereich. Vor allem die Arbeitszeiten sind einfach zu lange, wenn wir bedenken, dass die Tiere eingespannt mitten im Autoverkehr ihren Dienst machen müssen.

Immer wieder gibt es das Argument, dass es den Pferden nichts ausmache, sie seien Wind und Wetter gewöhnt und auch im Sommer sei es für sie kein Problem, da sie Steppentiere wären. Dass eine Stadt allerdings keineswegs mit der natürlichen Umgebung eines Pferdes verglichen werden kann, wird oft vergessen.

Ein weiteres Argument ist, dass es die Fiaker doch schon immer gegeben habe. Doch wie hat sich die Innere Stadt in den letzten Jahrzehnten gewandelt? Schon für uns Menschen, die wir uns frei bewegen können, ist die Stadt oft ein stressiges Pflaster. Wir können uns allerdings aussuchen, wie lange wir auf der Straße flanieren möchten und ob wir im Sommer einen lauschigen, schattigen Schanigarten aufsuchen. Wir haben uns freiwillig die Stadt als Lebensraum gesucht und die meistens von uns benötigen trotzdem Grünoasen sowie Ruhe.

Wenn wir weiterhin Fiaker in der Innenstadt haben möchten – vorausgesetzt wir möchten das – müssen wir den Tieren den besten Schutz bieten und ihnen Auszeitengarantieren, z.B. genügend Auslauf auf einer Koppel rund um Wien. Ebenfalls ist anzudenken, Fiaker nur noch in Grünanlagen fahren dürfen, so wie das in vielen anderen Großstädten üblich ist. Die Kombination Autoverkehr und Fiaker gilt es zu überdenken und die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen. Neue Denkansätze, wie z.B. Förderungen für besonders beispielhafte Unternehmen, welche ihren Tieren ausreichend Auslauf anbieten und in Grünanlagen fahren, wäre ein guter Beginn.