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am 9. April 2014

ÖVP, SPÖ und WIR gegen Sonnenschutz Maßnahmen für Fiakerpferde

Manuela Fiala - In der Bezirksvertretungssitzung am 13. März wurde von uns Grünen neuerlich, wie jedes Jahr, ein Antrag eingebracht, der den Fiakerpferden Schutz vor zu viel Hitze im Sommer bringen soll. Das vernichtende Ergebnis: Die überwältigende Mehrheit sprach sich gegen den Antrag aus. Tierschutz scheint sie nicht zu interessieren.

Seit vielen Jahren ein leidiges Thema. Die Fiaker. Die Tourismuswirtschaft möchte die Fiaker auf Grund der Werbewirkung für Wien nicht missen. Doch so richtig um die Tieren kümmern will sich niemand so Recht. So vergehen die Jahre und die Missstände sind kaum geschmälert.

Sicherlich, es wurde 2009 ein Paket von der damals zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger zum Schutz der Fiakerpferde geschnürt und auch ihre Nachfolgerin Stadträtin Ulli Sima stellte eine Novellierung des Wiener Fiaker- und Pferdemietwagengesetz vor. Doch welche wesentlichen Veränderungen brachte es? Der Auslauf für Pferde ist immer noch so gut wie nicht vorhanden, die Fütterung auf den Standplätzen ist auf Grund der schlechten Ausbildung der Fiakerfahrer/-innen meist auch nicht möglich. Die Arbeitszeiten sind ebenfalls immer noch zu lang und die Fiakerpferde stehen immer noch im Sommer bei 39° in der Sonne.

Letztes Jahr wurde zwar ein Standplatz in der Seitenfahrbahn am Ring beim Burgtheater neu errichtet. Dieser wird wenig angenommen, weil die Unternehmer/-innen glauben, weniger Geschäft zu machen, wenn sie in einer Nebenfahrbahn stehen. Falls das wirklich so ist, warum sollten die Kutscher/-innen auch freiwillig auf den Standplatz weichen? Während die Pferde in der Sonne brutzeln kann sich Fahrer/-in sich gemütlich in den Schatten setzen. Die Fiakerpferde haben diese Wahl nicht.

Dem Argument, welches die ÖVP immer wieder gerne betont, dass Fiakerpferde Steppentiere seien und deswegen die Hitze nicht spüren, stehen anderslautende Expertenmeinungen gegenüber.

Davon abgesehen verstehen die Abgeordneten leider nicht, dass in der dicht verbauten Stadt ganz andere Bedingungen herrschen als in der Steppe und diese nicht annähernd dem Lebensraum des Pferdes in der Natur entsprechen, wo sie sich frei bewegen können. Der Stress für die Tiere, die tagtäglich das Überleben von Unternehmen sichern, ist enorm und es gebührt ihnen schlicht weg im 21. Jahrhundert die beste Versorgung. Da das Pferd keine Vertretung hat, ist es die Pflicht der Politik dafür zu sorgen, dass es den Tieren so gut wie möglich geht.

Der Antrag wurde leider von der Mehrheit der in der Bezirksvertretung der Inneren Stadt tätigen Bezirksrätinnen und Bezirksräte (ÖVP, SPÖ, WIR) abgelehnt. Das ist somit ein Zeichen, dass den anderen Parteien Tierschutz kein Anliegen ist. Falls Fiaker in der Innenstadt wirklich sein müssen, dann ist es längstens an der Zeit, wirksame Tierschutzmaßnahmen umzusetzen – aber bitte keine halben Sachen mehr auf Kosten der Pferde!