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am 27. Mai 2016

Endlich: Verbesserung für Fiakerpferde in Wien!

Manuela Fiala - Nach langjährigem Diskurs präsentierte die Rot-Grüne Stadtregierung kürzlich ein neu geschnürtes Maßnahmenpaket für Wiener Fiakerpferde. Sie bekommen unter anderem hitzefrei ab 35 Grad und dürfen nur mehr an jedem zweiten Tag im Einsatz sein. Auch am Stephansplatz sollen bald weniger Pferde in der Sonne stehen müssen.

Fiakerpferd in der prallen Sonne am Stephansplatz

Seit Jahren forderten wir Grüne in der Inneren Stadt Schattenstandplätze, kürzere Arbeitszeiten, Fütterungspausen, Auslauf an freien Tagen und hitzefrei bei hohen Temperaturen – also insgesamt bessere Bedingungen für die Pferde und brachten diverse Anträge in der Bezirksvertretung ein. (siehe auch  >> Artikel von 9. April 2014)
Jetzt ist es soweit: Bereits ab diesem Sommer treten einige Neuerungen in Kraft. SPÖ-Stadträtin Ulli Sima und der Grüne Umweltsprecher Rüdiger Maresch präsentierten gemeinsam den Maßnahmenkatalog.

7 Punkte zum Schutz der Fiakerpferde

  • Die Tiere dürfen nur noch jeden zweiten Tag im Einsatz sein.
  • Die Betriebszeit soll um eine Stunde reduziert werden (künftig nur noch von 10-21 Uhr).
  • Vor jedem Fahrtantritt muss künftig die Einsatztauglichkeit der Pferde überprüft werden und
  • dies muss auch ins Fahrtenbuch eingetragen werden.
  • Ab 35 Grad gilt hitzefrei!
  • Es dürfen nur noch Pferde eingesetzt werden, die auf Grund ihres Wesens mit dem Einsatz als Fiakerpferd gut zurechtkommen.
  • Bodenmarkierungen am Stellplatz sollen die Kontrollen erleichtern.
  • Mehr Augenmerk auf tierschutzrelevante Themen, wie etwa ein Verbot des Schweifanbindens und das regelmäßige Füttern.

Weniger Kutschen am Stephansplatz


Hier ist gut zu sehen, wieviele Pferde bisher am Stephansplatz in der Sonne standen

Weiters werden am Stephansplatz im Rahmen der Neugestaltung die Fiakerstellplätze von 24 auf 12 reduziert, um mehr Raum zu schaffen. Gemeinsam mit den Fiakerunternehmen wurde ein neuer Standplatz in der Reitallee entlang der Hofburgmauer in Richtung Burgtor vorgeschlagen und dieser wird gerade geprüft. Dort könnten jene 12 Gespanne einen neuen Standplatz finden, die am Stephansplatz nicht mehr stehen dürfen – im Schatten und zugleich in touristischer Top-Lage. 

Kritik vom Fiakergewerbe

Während die Fiakerunternehmen diesen neuen Standplatz begrüßen, sind sie weniger erfreut über das 7-Punkte-Maßnahmenpaket: Berufsgruppensprecherin Martina Michelfeit ist der Meinung, dass die Tiere unter der Hitze nicht leiden. Tierschutz-Ombudsfrau Eva Persy widerspricht und betont, dass es weit mehr Faktoren gibt, die sich negativ auf die Tiere auswirken können: der Verkehrslärm, die Reizüberflutung in der Stadt, zusätzlich das Eingespanntsein bei Hitze. An heißen Tagen sei die Stressbelastung um einiges höher.

Wie soll es weitergehen?

Wir begrüßen, dass Tierschutz immer wichtiger in unserer Gesellschaft wird und dass für Fiakerpferde die bestmöglichen Bedingungen geschaffen werden. Da aber Pferde in der Stadt längst nicht mehr zeitgemäß sind, treten wir weiterhin dafür ein, dass Fiaker in Grünanlagen, wie z.B. in Schönbrunn und im Prater fahren und dass Zugpferde in ihrer Freizeit auch wohlverdienten Auslauf haben.