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am 15. Juni

Innsbruck – Ein Herz für Tauben

Manuela Fiala - Es gibt einige Gemeinden in Österreich, welche sich um das Thema Taubenschlag bemühen oder in der Vergangenheit bereits einen solchen hatten. Doch Innsbruck hat im Moment den einzigen Taubenschlag Österreichs. Im Frühling 2021 war der Taubenschlag zwar durch räumliche Gegebenheiten gefährdet, doch nun ist seine Versetzung um 100m bereits beschlossen und er wird weiterhin bestehen.

Außenansicht des Taubenschlags in Innsbruck
Innsbruck: Taubenschläge sind auch in Containern möglich.

WIE ALLES BEGANN

​Bereits 2015 wurde der Taubenschlag im Olympischen Dorf auf dem Dach des Turnleistungszentrums eingerichtet. Mit 100 Brutplätzen und Platz für 200 Tiere versucht man die Population der Tauben (anhand eines Eiertauschs) unter Kontrolle zu bringen. Der Vorteil in Innsbruck war, dass es von Beginn an einen sehr engagierten Mitarbeiter, Herrn Zung, gab, welcher bis heute die Tauben liebevoll versorgt. Denn in Tirol weiß man: "Ein Taubenschlag macht nur Sinn, wenn er gut betreut wird."

Die Kostenaufteilung für die Finanzierung des Taubenschlags in Innsbruck setzt sich folgendermaßen zusammen: Errichtet und mit Futtermittel versorgt wird er durch die Immobiliengesellschaft (IIG) und die Stadt Innsbruck unterstützt zusätzlich finanziell. Die Betreuung erfolgt ehrenamtlich.

„Ein Taubenschlag macht nur Sinn, wenn er gut betreut wird.“
Innsbrucks Vizebürgermeister Kaufmann
Zwei Tauben in der Brutstätte des Taubenschlags Innsbruck
Brutstätten im Inneren von Innsbrucks Taubenschlag.

Die aktuelle Situation

Auf Grund dessen, dass der Taubenschlag gut funktioniert, hat sich die Politik gemeinsam mit Expert*innen um Lösungen für die Fortsetzung bemüht. Auch ein zweiter Taubenschlag ist im Gespräch. Jedoch soll zuvor ein Tierwohlbeauftragter oder eine Tierwohlbeauftragte gefunden und eingesetzt werden, um eine Schnittstelle zwischen Bevölkerung, Veterinärmediziner*innen und den Tierschutzorganisationen zu schaffen. Außerdem wird der Alpen-Zoo eine Diplomarbeit zum Thema erarbeiten. ​

DIE PARTNERSTADT GRENOBLE

Innsbruck steht im Austausch mit Grenoble. Nachdem Tauben dort einst gefangen und vergast wurden, hat Grenoble 2018 auf Grund eines Bürger*innenprojekts mittlerweile 4 Taubenschläge erstellt. 8 sollen es werden. Erfahrungen und Wissen werden seitdem regelmäßig untereinander ausgetauscht.​

Bisherige Erkenntnisse der französischen Stadt sind

  • Epidemien sind besser eingedämmt. 
  • Bessere Kontrolle über Wechsel der Nistplätze.
  • Weniger Schäden an Gebäuden.
  • Jede Taube im Schlag wird gekennzeichnet um Aussagen über die Entwicklung der Taubenpopulation treffen zu können. 
  • Die Hälfte der Eier wurde weggenommen. 
  • Es dauerte 2 Jahre bis sich die Tiere im Taubenschlag heimisch fühlten.
  • Keine Taubenschläge in der Nähe von Märkten, da es dort keinen Erfolg gibt.
  • Fütterungsverbot für die Bevölkerung, ausschließlich Vereine dürfen füttern.
  • Weitaus weniger Beschwerden der Anrainer*innen in den Bezirken mit Taubenschlägen. 

FAZIT

Wenn ein Taubenschlag von der Stadt unterstützt wird, die Zusammenarbeit mit Expert*innen funktioniert sowie möglicherweise sogar freiwillige Helfer*innen mit anpacken und es zu Städte-Partnerschaften kommt, kann sich die Situation deutlich entspannen. Den Tieren geht es gut, es kommt zu weniger Beschwerden und es muss nicht auf tierschutzunfreundliche Methoden zurückgegriffen werden. Innsbruck geht bereits mit gutem Beispiel voran!