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am 4. März

Wenn Bäume für die U5 fallen

Arthur Gillay - 26 Bäume im ersten Bezirk sind für die U5 Baustelle gefallen, einer wurde gerettet. Und nun? Wie geht es mit Nachpflanzungen weiter? Die Position der GRÜNEN Innere Stadt ist klar: Wir wollen Nachpflanzungen im vollen Umfang, so wie es das Baumschutzgesetz vorsieht. Wie aber sehen das die zuständigen Behörden?

Gefällte Bäume in der Universitätsstraße vor Votivkirche
Überreste unserer Bäume in der Universitätsstraße

Dort wo noch vor einer Woche bis zu 75 Jahre alte Bäume standen, ist heute ein Baufeld aus Erde und Matsch zu sehen und das wird sich wohl auch noch länger nicht ändern. Am Anfang der Universitätsstraße wurden sieben Bäume auf der Fläche des ersten Bezirks gefällt, etliche weitere im neunten Bezirk. Allein für jene drei großen Bäume neben der Universität Wien (der älteste wurde im Jahr 1945 gepflanzt) müssten laut Wiener Baumschutzgesetz 28 Jungbäume nachgepflanzt werden. Wenn man alle 26 Bäume zusammenzählt, die im ersten Bezirk dem U-Bahn-Bau weichen mussten, wären sogar 173 Ersatzpflanzungen erforderlich. Wieso ist diese Zahl so hoch? Weil das Wiener Baumschutzgesetz vorsieht, dass pro angefangenen 15 cm Stammumfang eines gefällten Altbaums jeweils ein Jungbaum gepflanzt werden muss. ​


DIE STADT MUSS NICHT NACHPFLANZEN – ABER SIE DARF ES

Das Baumschutzgesetz zielt darauf ab, die CO2 Erneuerungsleistung der gefällten Bäume mit der Anzahl der Jungbäume bestmöglich zu kompensieren. Das ist aus klimatechnischer Sicht für die Stadt der einzig richtige Weg. Jedoch gilt beim U-Bahn-Bau leider nicht das Baumschutzgesetz, sondern das Eisenbahnrecht – ​ ohne Verpflichtung zur Nachpflanzung. Rechtlich eine klare Situation, dennoch zu wenig, um unsere Klimaziele zu erreichen. 



Die​ „​Wiener Linien" haben sich zwar bereit erklärt „freiwillig" Bäume nachzupflanzen, jedoch bloß im Ausmaß von 1:1. Das wären nur 26 statt der 173 erforderlichen neuen Bäume. Unser Grüner Klubobmann Alexander Hirschenhauser findet diesbezüglich klare Worte:

Zweigeteiltes Bild. Bäume vor der Fällung links - nach der Fällung rechts.
Wo bisher unsere Bäume standen ist jetzt Baustelle
​„Ich fordere die Gemeinde Wien auf, dafür zu sorgen, dass im Zuge des U-Bahnbaus gefällte Bäume im vollen Ausmaß nachgepflanzt werden – so als ob das Baumschutzgesetz gültig wäre. Dabei ist es egal, ob diese Nachpflanzungen von den Wiener Linien finanziert werden, oder von der Gemeinde Wien selbst – schließlich sind die Wiener Linien im Eigentum der Gemeinde Wien.​​"​

Die Innere Stadt muss klimafit werden


Diese Forderung sollte ganz im Interesse der Stadt liegen, steht doch im Stadtentwicklungsplan STEP 2035 geschrieben, dass bis zum Jahr 2035 25.000 neue Bäume gepflanzt werden sollen. Diese Ziele können aber nur dann verwirklicht werden, wenn in dringlichen Situationen wie dieser auch dementsprechend zukunftsorientiert gehandelt wird. Im ersten Bezirk sind über 200 Ersatzpflanzungen von vergangenen Baumfällungen ausständig. Dies zeigt, dass sowohl der Platz als auch die Notwendigkeit für neue Bäume vorhanden ist. Die Ersatzpflanzungen müssen unbedingt im ersten Bezirk vorgenommen werden, wo sie auch aktiv zur positiven Klimaentwicklung in der Inneren Stadt beitragen.

POLITISCHER WILLE RETTET BÄUME

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Das zeigt das Beispiel der geretteten Platane im achten Bezirk: Dieser schöne alte Baum wurde im Zuge einer Rettungsaktion in den ersten Bezirk übersiedelt. Wäre diese Platane wie geplant dem U-Bahnbau zum Opfer gefallen, hätten allein für diese Platane unzählige neue Bäume gepflanzt werden müssen. 

Wir wollen mehr Rettungsaktionen dieser Art!



Auf dem Foto ist ein Kran bei der Umpflanzung der Platane im 8. Bezirk zu sehen
Diese Platane wurde gerettet und in den 1. Bezirk übersiedelt