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am 18. September

Neue "coole Straße": Flaniermeile Wollzeile

Evelyn Blau - Die Wollzeile soll attraktiver, grüner und liebenswerter werden.

Der lokale Handel und die Gewerbebetriebe würden damit gefördert, gleichzeitig setzen wir wirksame Maßnahmen gegen städtische Hitzeinseln und die Klimakrise.

Um die Wünsche der Anrainer*innen kennen zu lernen, haben wir über den Sommer die Bewohner*innen und die Geschäftsleute in und um die Wollzeile befragt:

  • Begrünung durch Bäume, Fassadenbegrünung, Blumentröge usw. halten knapp 83% für sehr oder eher wichtig.
  • Mehr als 78% wünschen mehr Platz für Fußgänger*innen und zum Verweilen.
  • Für mehr als 80% sind Änderungen im Verkehr wichtig.
  • Knapp 66% sind für Kühlungsmaßnahmen mittels Wasser und Beschattung.
Visualisierung der Wollzeile als Begegnungszone mit Bäumen, viel Platz zum Flanieren und einem Citybus
Klick aufs Bild führt zu unserer Online-Umfrage - Bitte beteiligen Sie sich (bis 1.10. 24 Uhr)!

Vorschläge mit Prioritäten

Neben der Begrünung ist die Erhaltung von Lade - und Zuliefermöglichkeiten ein großes Bedürfnis. In einer Begegnungszone wäre das kein Problem, auch der Citybus könnte weiterhin diese Route befahren.

Alexander Hirschenhauser am Rad in der Wollzeile
Mehr Platz zum Radfahren - Klubvorsitzender Alexander Hirschenhauser macht den Test.

Der Stellplatzbedarf von Bewohner*innen erfordert, dass die Umgestaltung der Wollzeile nach der Verkehrsberuhigung innerhalb des Rings durch Zufahrt nur für Berechtigte erfolgt. Der gewonnene Freiraum darf aber nicht sofort wieder "privatisiert" werden, es braucht daher ein verbindliches Zonierungskonzept für die Schanigärten.

Am 21.9.2020 wurde darüber u.a. mit dem Grünen Verkehrssprecher GR Rüdiger Maresch diskutiert und zusätzlich persönliche Gespräche mit Anrainer*innen geführt, die zu diesem Termin keine Zeit hatten. Dadurch ergaben sich weitere wesentliche Aspekte und Überlegungen (siehe Infokasten rechts).

2021/22 sollte es soweit sein - dranbleiben lohnt sich.

P.S: Wenn Sie sich an der weiteren Diskussion beteiligen wollen bitten wir um ein kurzes mail an innerestadt@gruene.at oder ihren Anruf unter 0664/5535519.

Zusammenfassung der bisherigen Diskussion


  • Es gibt den großen Wunsch nach mehr Bäumen und Grün, Schatten wird eher für wichtig gehalten als Wasser. Um eine nachhaltige Begrünung zu erreichen, braucht es ein Grünraumkonzept, das die neusten Erkenntnisse bezüglich Begrünung städtischer Ballungsräume (Stichwort Schwammstadt, Hitzeresistenz etc..) aufgreift. Vieles ist möglich, allerdings oft auch kostenintensiv. Eine erfolgreiche Baumpflanzung kann je nach Umgebungsbeschaffenheit und Untergrund zwischen € 4.000,- und € 40.000,- kosten.
  • Ein großes Bedürfnis – sowohl von Bewohner*innen als auch von Geschäftsleuten – ist die Erhaltung von Lade- und Zuliefermöglichkeiten. Gleichzeitig verursacht die Anlieferung mit großen Diesel-LKW für die Bewohner*innen – insbesondere in der Nacht – unangenehme Lärmbelastung. Neben einem Konzept für Ladezonen braucht es ein Logistikkonzept, das Umwelt und Bewohner*innen entlastet. Es gibt bereits anderswo viele innovative Beispiele, die man sich anschauen sollte.
  • Aus den Transporterfordernissen und der Weiterführung des Citybus ergibt sich als Grundkonzept eine Begegnungszone, keine Fußgänger*innenzone.
  • Begrünung und mehr Freiraum für zu Fuß Gehende und Flanierende bedeutet weniger Parkplätze. Der Stellplatzbedarf von Bewohner*innen erfordert, dass die Umgestaltung der Wollzeile erst nach der allgemeinen Zufahrtsbeschränkung innerhalb des Rings für Nicht-Anrainer*innen erfolgt. Denn diese wird die Parkplatzsituation insgesamt wesentlich entschärfen und damit Freiräume schaffen.
  • Der gewonnene Freiraum darf nicht „privatisiert“ werden. Ein verbindliches Zonierungskonzept soll nicht nur den Raum für Schanigärten begrenzen, sondern für alle nicht kommerziellen Nutzungen Raum schaffen, so dass man sich etwa auch mit Kindern angstfrei bewegen kann. Auch das Thema (nächtlicher) Lärm ist mitzudenken. Dafür braucht es einen Aushandlungsprozess mit Anrainer*innen auf Augenhöhe.
  • Das Konzept Wollzeile als Flaniermeile soll auch das unmittelbare Umfeld in die Überlegungen mit einbeziehen. Dazu zählt z.B. der Luegerplatz als Verbindung zum Stadtpark und die Stubenbastei mit den Schulen. Oder die Postgasse mit der Neubelebung der ehemaligen alten Postzentrale u.a. als Mietshaus und der neue Campus der Akademie der Wissenschaften.
  • Für die Weiterentwicklung als Projekt braucht es den Willen des Bezirks und insbesondere auch der Stadt, die jedenfalls den Großteil der Kosten tragen müsste, weil derartige Vorhaben aus dem – bescheidenen – Bezirksbudget unmöglich zu finanzieren sind. Die Realisierungschancen hängen natürlich auch von den Wahlergebnissen ab.
  • Für die weitere Diskussion wäre ein Netzwerk engagierter Bewohner*innen, Geschäftsleute und hier Arbeitender sehr hilfreich, das wir seitens der Grünen gerne unterstützen, aber nicht vereinnahmen wollen.